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Landesregierung beschließt nordwestliche A 20-Linie
Rohwer: Ein weiterer Meilenstein für die Verkehrsanbindung Schleswig-Holsteins und die Entwicklung der Westküstenregion


Die Landesregierung hat heute (14.5.02) die von ihr präferierte Linienführung für die künftige Bundesautobahn A 20 von Bad Segeberg in Richtung Westen beschlossen. Danach wird die A 20 die A 7 bei Bad Bramstedt kreuzen und die Elbe rund sechs Kilometer südlich von Glückstadt queren. Die alternativen Trassen über Elmshorn und Pagensand bzw. Pinneberg und die Haseldorfer Marsch wurden damit vom Kabinett verworfen. "Die nordwestliche Variante bietet eine optimale Anbindung für die gesamte Westküstenregion, hat eine gute Entlastungsfunktion für die Metropolregion Hamburg und bietet die günstigsten Chancen für eine Privatfinanzierung der Elbquerung", begründete Verkehrsminister Dr. Bernd Rohwer die Kabinettsentscheidung.

Dieser Linienvorschlag erfolge im Einvernehmen mit den Nachbarländern Niedersachsen und Hamburg. "Damit legt Norddeutschland der Bundesregierung ein klares und einheitliches Votum für den Verlauf der A 20 vor", betonte Rohwer. Die endgültige Linienführung wird der Bund im kommenden Jahr formell festlegen.

Die Entscheidung für die nordwestliche Variante mit einem Elbtunnel bei Glückstadt beruht auf der Abwägung umfassender Gutachten. Geprüft wurden unter anderem verkehrliche und städtebauliche Wirkungen, Umweltverträglichkeit, Effekte auf die Raumstruktur, Wirtschaftlichkeit und private Finanzierbarkeit. Die gefundene Vorzugsvariante stelle insgesamt den bestmöglichen Kompromiss dar, so Rohwer: Für den nun vorgeschlagenen nordwestlichen Verlauf mit der Querung bei Glückstadt sprächen insbesondere die günstigen Wirkungen auf die Raumstruktur, die verbesserte verkehrliche Anbindung der strukturschwächeren Westküstenregion, der Verlauf außerhalb von Siedlungsschwerpunkten sowie die hier besonders günstigen Möglichkeiten für eine private Tunnelfinanzierung.

"Mit dieser Variante wird die A 20 von der Ostseeautobahn zu einer echten Nord-Ostseeautobahn", sagte Rohwer. Die Küstenregion im Westen werde entscheidend profitieren: Wer etwa mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h von Heide nach Bre-men fahren wolle, brauche künftig nur noch anderthalb Stunden. Dies ergebe gegenüber der Fahrt über Hamburg eine Ersparnis von knapp 20 Prozent der Fahrzeit, in der Hauptverkehrszeit spare man sogar 50 Prozent. Neben dem gesamten südlichen Schleswig-Holstein und der Metropolregion Hamburg würden insbesondere die Wirtschaftsregionen um Brunsbüttel, Itzehoe und Husum durch die A 20 einen Entwicklungsschub erfahren, unterstrich Rohwer.

Bis 2011 soll die A 20, die auf schleswig-holsteinischen Gebiet rund 110 Kilometer lang sein wird, von Lübeck bis zur Elbe durchgehend befahrbar sein. Die neue Autobahn sei ein Quantensprung für die Verkehrsinfrastruktur Norddeutschlands und ein wichtiger Meilenstein für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein, so Minister Rohwer weiter: "Das Land wird optimal an das internationale Fernverkehrsnetz angeschlossen. Die A 20 bringt uns handfeste Standortvorteile für Unternehmen und damit mehr Arbeitsplätze." In östliche Richtung biete die "Via Baltica" über Mecklenburg-Vorpommern eine direkte Anbindung an die künftigen EU-Beitrittsländer im dynamisch wachsenden Wirtschaftsraum Ostsee. "Zugleich erhalten wir mit der A 20 einen weiteren verkehrlichen Zugang zu wichtigen Handelspartnern wie den Niederlanden und Frankreich." Dieser Zugang werde angesichts der massiven Zunahme des Individual- und Güterverkehrs auf der Straße und der Überlastung des Knotenpunktes Hamburg besonders notwendig, so Rohwer.

Nach der formalen Linienbestimmung der Gesamtstrecke durch den Bund im Jahr 2003 folgen zwischen der Elbe und Bad Segeberg die parzellenscharfen Entwurfsplanungen für die A 20-Strecke und die Planfeststellungsverfahren. Nach der abgesenen Planfeststellung wird der Baubeginn für die Jahre 2007 bzw. 2008 erwartet. Die Kosten für den Bau und den Grunderwerb auf der Strecke von Bad Segeberg bis zur A 26 in Niedersachsen werden auf 924 Mio. Euro geschätzt, davon rund 390 Mio. Euro für den Tunnel. Ein Großteil der Kosten für den künftigen Elbtunnel soll durch private Investoren getragen und durch eine Maut finanziert werden. Diese weitgehend private Tunnelfinanzierung sei entscheidend, um das Projekt so schnell wie möglich realisieren zu können, erklärte Rohwer, der sich auch weiterhin für ein transparentes Planungsverfahren einsetzen will. Die Planungsunterlagen werden im Herbst in den Kommunen ausgelegt.