Hier finden Sie Presseartikel unserer Region über die A20.

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12.08.2009 | 07:09 Uhr | dpa/lno

A 20-Baufirma fordert acht Millionen Euro Nachzahlung

Lübeck - Das Land Schleswig-Holstein soll der Firma, die das vor zwei Wochen für den Verkehr freigegebene Teilstück der Autobahn A 20 zwischen dem Kreuz Lübeck und Geschendorf (Kreis Segeberg) gebaut hat, acht Millionen Euro nachzahlen. Dies berichten die „Lübecker Nachrichten“ (Mittwoch-Ausgabe). Grund seien Mehrarbeiten, die wegen falscher Gutachten angefallen seien. So reichte die Baufirma laut Zeitungsbericht Klage beim Kieler Landgericht gegen das Verkehrsministerium in Kiel ein. „Der Wassergehalt der Erdschichten war sehr viel höher als in den geologischen Gutachten des Landes angegeben“, sagte der Rechtsanwalt der Firma Papenburg der Zeitung.

Ein Ministeriumssprecher wollte sich zu dem schwebenden Rechtsstreit nicht äußern, einen Gerichtstermin gebt es noch nicht. Nach Angaben der Zeitung hat das Landes-Verkehrsministerium bis Ende September die Möglichkeit zur Stellungnahme.


URL: http://www.segeberger-zeitung.de/schleswig_holstein/aus_dem_land/?em_cnt=107220&em_loc=13






29.07.2009 | 16:22 Uhr | dpa/lno

Autobahnbau beschert Archäologen reiche Funde

Bad Segeberg/Wittenborn - Der Bau der Autobahn 20 quer durch das südliche Schleswig-Holstein beschert Archäologen reiche Funde. So stießen die Forscher auf der Trasse bei Bad Segeberg auf Überreste aus mehreren Jahrtausenden. Bei Wittenborn (Kreis Segeberg) hinterließen späteiszeitliche Jäger vor rund 12.500 Jahren ebenso ihre Spuren wie die Menschen der Eisenzeit in den Jahrhunderten um Christi Geburt. „Straßenbau und Archäologie können sich die Hände reichen“, sagte der Leiter der zuständigen Außenstelle des Archäologischen Landesamtes, Ingo Clausen, bei einer Besichtigung von Fundstücken am Mittwoch in Bad Segeberg.


URL: http://www.segeberger-zeitung.de/segeberg/?em_cnt=105041&em_loc=140






30.04.2009 | 16:26 Uhr | dpa/lno

Planfeststellungsverfahren für Elbtunnel

Kiel - Die Elbquerung als Teil der A20 bei Glückstadt (Kreis Steinburg) nimmt Gestalt an: Für das Projekt werde jetzt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, teilte Verkehrsminister Jörn Biel (parteilos) am Donnerstag in Kiel mit. „Dies ist ein bedeutender Meilenstein für die Realisierung der A20 in Schleswig-Holstein und die künftige A22 in Niedersachsen“, sagte Biel. Die A20 schaffe damit die dringend benötigte leistungsfähige Ost-West-Verbindung, die zu einer besseren Erreichbarkeit im norddeutschen Raum beitrage. Ziel sei es, den Bau des Elbtunnels für die Ostsee-Autobahn A20 westlich von Hamburg 2011 zu beginnen und bis 2017 fertigzustellen.


URL: http://www.segeberger-zeitung.de/schleswig_holstein/wirtschaft/?em_cnt=89238&em_loc=11









Kieler Nachrichten vom 15.04.2008 01:00:00


A20 wächst weiter westwärts


Weede – Das Projekt A20 kommt voran. Gestern setzte Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) bei Weede (Kreis Segeberg) den ersten Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt der Nordwestumfahrung Hamburg. 36 Millionen Euro investiert der Bund als Bauherr in die 6,3 Kilometer lange Strecke Geschendorf-Weede. Sie verläuft an der Trasse der B206 Lübeck-Bad Segeberg. 2011 sollen auf dieser A20-Teilstrecke die Autos fahren.
Von Osten her wächst die A20. Der erste Abschnitt, vom neuen Autobahnkreuz an der A1 bei Lübeck/Hamberge bis Geschendorf, wird schon gebaut und 2009 fertig. Für die dritte Teilstrecke von Weede an Bad Segeberg vorbei bis zum neuen Autobahnkreuz mit der A21 (Bargteheide-Kiel) läuft das Planfeststellungsverfahren. Mit einem Beschluss, also einer Baugenehmigung, rechnen die Planer für 2009.
Auch vom Südwesten aus wird die A20 gebaut. Austermann erwartet Planfeststellungsbeschlüsse für zwei Abschnitte von der Elbquerung bei Glückstadt bis zur A23 (Hamburg-Heide) noch in diesem Jahr. 2015 soll die A20 komplett von Lübeck bis zur Elbe fertig sein. „Wir arbeiten mit Hochdruck“, sagte Austermann. Viele Regionen würden ans transeuropäische Verkehrsnetz angebunden.
Ob das Land den Zeitplan einhalten kann, zweifeln manche an. Fledermausschützer hadern mit der Streckenplanung bei Bad Segeberg. Eine Firma zog im März zeitweise Lkw vom Bau bei Geschendorf ab, um Millionen-Nachforderungen durchzusetzen. Außerdem klagt Weede. Es will nicht auf Mehrkosten für ihre Klärteichanlage sitzenbleiben. Austermann sagte zu, dass sie übernommen würden. ger






ln-online/lokales vom 15.04.2008 00:00

Ein weiterer Spatenstich bis zum Treffen in der Mitte

Weede - A 20: Die einen bauen, wenn auch mit Verzögerung, aus Richtung Geschendorf. Die anderen starten in Weede. "In der Mitte trifft man hoffentlich aufeinander", hat gestern beim ersten Spatenstich Minister Dietrich Austermann erklärt.

Was so launig klang, ist für den Steuerzahler eine teure Tasse Tee: 35,5 Millionen Euro kosten allein die 6,3 Kilometer zwischen Weede und Geschendorf, wobei in erster Linie die vorhandene Bundesstraße 206 zur Autobahn umgebaut wird. Was das Ganze teuer macht: Sechs Brücken sind nötig, drei Gewässerquerungen und eine Parkanlage mit WC.

Letztere hat zu Problemen mit der Gemeinde Weede geführt, die es nicht einsieht, auf eigene Kosten ihre Klärteiche erweitern zu müssen, weil die Autobahnabwässer aufgenommen werden müssen. Gestern lenkte der Kieler Wirtschafts- und Verkehrsminister ein: "Von uns gibt es eine klare Zusage, allerdings nicht für alle Kosten, sondern nur für die erforderlichen." Ob diese Worte Austermanns der Gemeinde Weede reichen werden, um ihre Klage zurückzuziehen, bleibt abzuwarten. Zwischen Land und Bundesverkehrsministerium dagegen, so Austermann, sei das Verhältnis so gut wie lange nicht mehr: "Schließlich fließt in diesem Jahr mit 160 Millionen Euro ein Rekordbetrag zu uns in den hohen Norden." An seinen Vorgänger Bernd Rohwer gerichtet, ketzerte Austermann mit aller gebotenen Fröhlichkeit: "Solche Situationen hätten sie sich sicherlich doch auch öfter gewünscht."

Die A 20 diene beileibe nicht nur zu einer Umfahrung Hamburgs, sondern sie binde Lübeck verkehrspolitisch vernünftig an. Die 30 Kilometer zwischen Bad Segeberg und Lübeck würden schon in wenigen Jahren zu befahren sein, ab 2015 werde man dann von Lübeck unter der Elbe hindurch nach Niedersachsen fahren können, wenig später von Fehmarn bis zur Westküste.

"Stück für Stück kommen wir der Elbe näher", konstatierte Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Dass er beim Spatenstich für den neuen Teilabschnitt anwesend sei, werde keine Ausnahme bleiben: "Hier im Norden haben wir in diesem Jahr noch einiges vor." Auch dem Bund sei wichtig, die Küstenstädte miteinander zu verbinden und den Verkehr von den Häfen besser ins Land zu bringen.

Die Osteeautobahn A 20, die von der polnischen Grenze bis Lübeck reicht, soll als Nordwest-Umfahrung von Hamburg fortgesetzt werden. Von Lübeck aus verläuft die Trasse über Geschendorf und Weede südlich an Bad Segeberg vorbei und über Wittenborn und an Bad Bramstedt vorbei bis Glückstadt, wo die Elbe gequert werden soll. Zurzeit sind die Abschnitte Weede - Wittenborn sowie A 23 bis B 431 in der Planfeststellung - ein Verfahren, das für die Verbindung zwischen A 23 und Landstraße 114 sowie B 431 - Kreisstraße 28 (Niedersachsen, einschließlich Elbquerung) noch in diesem Jahr folgen soll. Auf dem Abschnitt Weede-Geschendorf rechnen die Experten mit einer Zunahme des Verkehrs von jetzt 16 000 auf fast 30 000 Fahrzeuge täglich im Jahr 2020.









ln-online/lokales vom 14.04.2008 14:09

Erster Spatenstich für Teilstück der A 20 im Kreis Segeberg



Bad Segeberg - Die Autobahn A 20 wächst weiter nach Westen. Am Montag setzte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) bei Bad Segeberg den ersten Spatenstich für ein 6,3 Kilometer langes Teilstück der sogenannten Nord-West-Umfahrung Hamburg.

Der Abschnitt soll von Lübeck über die Elbe bis nach Niedersachsen führen. Der erste knapp 16 Kilometer lange Streckenabschnitt von der A 1 bis Geschendorf ist schon seit Oktober 2004 im Bau und soll nach Angaben des Verkehrsministeriums ab Mitte 2009 befahrbar sein. Das am Montag begonnene Teilstück wird rund 35 Millionen Euro kosten, die Fertigstellung ist für 2011 geplant.

An die Spaten, fertig, los: Verkehrsminister Dietrich Austermann (2. v. li.) und Segeberg Landrat Georg Gorrissen (re.) versammelten sich mit vereinten Kräften aus Berlin bei Weede zum "A 20-Anstich" bei Weede. Foto: Kullack/LN





ln-online/lokales vom 12.04.2008 00:00

Vor dem neuen Spatenstich: Weede will endlich Klarheit

Weede - Die A 20 wächst gen Westen: Am Montagreisen Vertreter der Verkehrsministerien aus Kiel und Berlin zum ersten Spatenstich für den neuen Abschnitt ins kleine Weede.

Blick durch die Röhre, durch die demnächst die Mielsdorfer Au fließen soll, auf die Trasse (rechts hinten) der A 20. Foto: Modrow


Hier will man allerdings nicht nur feiern - die Dörfler verlangen verlässliche Zusagen in gleich mehreren strittigen Punkten.

Vor knapp vier Jahren traf sich die Politikprominenz auf einem abgelegenen matschigen Acker in Mönkhagen (Stormarn) zum ersten Spatenstich der Autobahn 20 westlich von Lübeck. Diesmal soll das Gelände etwas wegbarer sein: Zwischen Mielsdorf und Weede an der Kreisstraße 5 werden Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) und Ulrich Kasparieck, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium diesmal gemeinsam symbolisch zur Schaufel greifen. Anschließend werden im angrenzenden Sportlerheim für geladene Gäste Schnittchen und Sekt verteilt.

„Natürlich freuen wir uns, dass die Autobahn weitergebaut wird“, sagt Weedes Bürgermeisterin Gretel Jürgens. Dennoch sei ihr nicht nur zum Feiern zumute. Zu lange schon sind zu viele Fragen im Konflikt zwischen der Sammelgemeinde und dem Land unbeantwortet. „Ich werde von den Verantwortlichen Antworten verlangen – und so lange ich nichts Schriftliches habe, werden wir auch unsere Klagen nicht zurückziehen“, sagt die 56-Jährige.

Es gab viel böses Blut zwischen der Kommune auf der einen und dem Landes-Straßenbauamt auf der anderen Seite. Dabei ging und geht es insbesondere um die Klärteichanlage: „Unsere Gemeinde ist in den vergangenen Jahren gewachsen, so dass wir um eine Erweiterung nicht herum kommen, andernfalls ernsthafte Probleme mit dem Kreis riskieren würden“, so Jürgens. Das allein wäre aber kein Problem: Weede muss nämlich auch den geplanten Rastplatz an der A 20 in Höhe Steinbek an sein Abwassernetz anschließen. „Ohne die WC-Anlage an der Autobahn müssten wir Klärteiche von 5800 Quadratmetern anlegen. Durch den Rastplatz vergrößert sich die Fläche auf 14 800 Quadratmeter“, sagt die Bürgermeisterin. Und so belaufen sich die Investitionskosten anstatt auf 200 000 nun auf 500 000 Euro. Doch an diesen Mehrkosten wollte sich das Land nicht beteiligen. Stattdessen berief man sich auf die gesetzlichen Verpflichtungen der Gemeinde. Im Herbst 2007 reichte Weede Klage gegen die A-20-Pläne ein und fordert, dass Kiel die Maßnahme eins zu eins, also mit 300 000 Euro, bezuschusst. „Wir Weeder haben aber nichts von der WC-Anlage des Rastplatzes – warum sollten wir also zahlen?“, sagt die 55-Jährige.

Kurz vor Weihnachten lenkte Kiel um: „Ich habe dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr gesagt, die weiteren Gespräche mit der Gemeinde Weede über die Klärteichanlage sehr wohlwollend zu führen, damit eine gütliche Einigung erzielt werden kann“, so Dietrich Austermann. Und: „Es steht außer Frage, dass Kosten, die unmittelbar durch die Autobahn 20 entstehen, nicht von der Gemeinde, sondern vom Baulastträger bezahlt werden.“

Klare Worte – mehr aber auch nicht: „Auf eine schriftliche Vereinbarung warten wir bis heute“, sagt Jürgens. Am Montag will die couragierte Bürgermeisterin eine Antwort, warum es so lange dauert, und am liebsten Nägel mit Köpfen machen. Denn es gibt noch einen weiteren strittigen Punkt: Unklar ist nämlich noch, wo Weede seine Klärteiche erweitern kann: Die Flächen, die die Gemeinde vorgesehen hatte, benötigt der Bund als Ausgleichsfläche für die Autobahn. Zum Ankauf neuer Flächen will Weede ebenfalls eine Kostenbeteiligung des Landes. Auch hier stellte sich das Kieler Wirtschaftsministerium zunächst quer, forderte Jürgens sogar auf, Landwirte notfalls zu enteignen, um an Bauland zu kommen. Aber auch hier hat Kiel – zumindest mündlich – mittlerweile Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Wenn am Montag die Politprominenz anrollt, gibt es also jede Menge Gesprächsbedarf, bevor Austermann und Co. die Bauarbeiten auf dem nur 6,25 Kilometer langen neuen Teilstück offiziell freigeben. Tatsächlich wird hier schon seit Wochen gebuddelt – Lärmschutzwälle aufgeschüttet, Zufahrten gelegt, Knicks gerodet, Boden für die neuen Fahrspuren geräumt. Maximal drei Jahre sollen hier die Bagger rollen – 2011 will Kiel fertig sein. Die Baukosten belaufen sich laut Wirtschaftsministerium auf etwa 35,5 Millionen Euro.

Kaum länger soll es dauern, bis auch der umstrittene nächste Bauabschnitt zwischen Weede und Wittenborn für den Verkehr freigegeben werden soll: 2013 sollen die ersten Lastwagen und Autos rollen können. Bislang waren die Verantwortlichen vorsichtig von 2015 oder später ausgegangen. Das Ende 2006 eingeleitete Planfeststellungsverfahren läuft nach Austermanns Angaben planmäßig. Baubeginn soll bereits im Frühjahr 2009 – vorausgesetzt der Bund stellt die Finanzierung sicher.





nordClick/uena vom 24.03.2008 20:12

Ist die A20 überflüssig?

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Rainder Steenblock, fordert neue Planungen für den Bau der Autobahn 20. Der Grund sind neue Verkehrsprognosen, aus denen sich nach Steenblocks Ansicht kein Bedarf für die Autobahn ergibt.
Von Sebastian Kimstädt

Pinneberg. In den vergangenen Wochen hat sich Rainder Steenblock zusammen mit seinen Mitarbeitern im Wahlkreisbüro durch einen Wust von Zahlen gewühlt. Der Abgeordnete ließ die Verkehrszählungen der Jahre 1995 sowie 2005 auswerten und mit den Prognosen für die A20-Planung aus dem Jahr 1993 abgleichen. Dabei stellten Steenblock und seine Mitarbeiter „dramatische Veränderungen“ bei den Verkehren fest. Im Gegensatz zu den Prognosen von 1993 hat der Verkehr bis 2005 nicht zugenommen, sondern auf der für die A20-Planung wichtigen Bundesstraße 206 sogar abgenommen. Die Planer sagten für die B206 bis 2010 Zuwächse von fast 30 Prozent voraus. Gegenüber der Verkehrszählung von 1995 fuhren aber bis zu 7,5 Prozent weniger Fahrzeuge über die Ost-West-Verbindung. Und auch auf der A24 hat der Verkehr um 17,7 Prozent abgenommen. Auf den anderen Autobahnen im Land ist der Zuwachs dagegen nach Steenblocks Berechnungen geringer ausgefallen, als erwartet.
Für den Grünen-Abgeordneten ist damit der Fall klar. Er fordert, die Planungen der A20 zu überarbeiten und die wirklichen Verkehrszahlen bei der Kosten-Nutzen-Berechnung zu Grunde zu legen. Dann, so die Hoffnung von Steenblock ,würden nicht nur die Kritiker erkennen, dass die Autobahn unrentabel sei.
Der Parlamentarier fordert, die eine Milliarde Euro, die für den Bau der Autobahn von Bad Segeberg bis Glückstadt inklusive Elbtunnel notwendig wären, in die Hinterlandanbindung des Hamburger Hafens zu investieren. „Da gibt es ein riesen Investitionsloch", so Steenblock.




ln-online/lokales vom 18.03.2008 09:10

A20: Weede bangt um seine maroden Straßen

Kein Geld für Sanierung: „Wir müssten etliche Straßen und Wirtschaftswege ausbessern“, so Bürgermeisterin Gretel Jürgens (56). Besonders groß ist die Sorge um die Kreisstraßen 4 zwischen Weede und Söhren (Foto) und 92 (Geschendorf). Foto: MODROW


Weede - 2009 soll die A 20 die Stadtgrenzen Bad Segebergs erreichen. Dann müssen Weede und Geschendorf mit deutlich mehr Verkehr auf ihren Straßen rechnen. Kracht es auf der Autobahn, wird durch die Dörfer umgeleitet.

Gut 15 Kilometer lang ist das Straßennetz, das die vier Ortsteile Weedes verbindet. Zurzeit sind es 7500 Euro, die die Gemeinde pro Jahr in den Unterhalt ihrer Wirtschaftswege, Gemeinde- und Kreisstraßen investiert. "Natürlich ist das Flickschusterei, aber für mehr ist einfach kein Geld da. Schon jetzt muss vieles liegen bleiben", sagt Bürgermeisterin Gretel Jürgens. Doch mit solchen Beträgen wird Weede künftig nicht mehr auskommen, die Kommune muss deutlich mehr Geld in den Straßenunterhalt stecken: Ist die Autobahn 20 frei, wird der Verkehr auf den maroden Straßen deutlich zunehmen und die Fahrbahndecken noch schneller zerstören.

Schon heute gleichen die Kreisstraßen 4 (zwischen Weede und Söhren) und 92 (Ortsdurchfahrt Geschendorf) besseren Buckelpisten. In der Vergangenheit sind Löcher provisorisch geflickt, Risse mit Rollsplit verfüllt worden. Die Fahrbahnränder sind unterhöhlt und brüchig. Und der Zustand wird sich nicht verbessern: "Die K 4 gehört zwar noch dem Kreis, aber auch hier fehlt das notwendige Geld, die Fahrbahn vernünftig instand zu setzen", sagt Jürgens. Und letztlich werde Weede auf den Kosten sitzen bleiben, schließlich soll die Kreisstraße im Zuge der Fertigstellung der A 20 in Besitz und Zuständigkeit der Gemeinde übergehen.

Und dann wird sich der Zustand erst richtig verschärfen: "Bislang hat Weede seine eigene Abfahrt, von der Steinbek, Neuengörs und Weede nahezu direkt angefahren werden können", sagt die 56-Jährige. Das wird sich allerdings ändern: Die Bundesstraße 206 wird zurückgebaut, die Abfahrt Weede verschwindet. Die Konsequenz: "Viele Auto- und Lasterfahrer, die nicht nach Bad Segeberg sondern in die Dörfer wollen, werden in Geschendorf die Autobahn verlassen und über die K 4 weiterfahren", sagt Jürgens. Noch dicker kommt es, wenn die A 20 blockiert ist - beispielsweise bei Unfällen: "Dann wird der komplette Verkehr von Geschendorf bis Weede durch unsere engen Straßen umgeleitet werden", so die Bürgermeisterin.

Wie massiv die Verkehrsbelastung für die Dörfer ist, darüber gibt es derweil keine Zahlen: Eine entsprechende Analyse hat der Bund als Bauherr der A 20 schlichtweg nicht in Auftrag gegeben. Die Dörfler fürchten das Schlimmste: Als die Geschendorfer Brücke weggerissen und anschließend neu aufgebaut worden ist, gab es in diesem Bereich bereits Vollsperrungen - und obwohl diese nachts und an Wochenenden waren, drohte der Verkehrskollaps, insbesondere wenn sich Lkw auf der schmalen Kreisstraße begegneten.

Und auch in Klein Gladebrügge steigt die Angst vor noch mehr Verkehr: "Sollte das Autobahnkreuz A 21/A 20 irgendwann einmal dicht sein, wird der Verkehr ganz sicher durch unser Dorf umgeleitet werden", sagt Bürgermeister Klaus Vogt. Und schon heute sei die Belastung unerträglich, kürzen doch viele Autos und Lastwagen auf dem Weg von der A 21 in Richtung Lübeck kurzerhand durch das 600-Einwohner-Dorf ab.



ln-online/lokales vom 13.03.2008 11:25

A20: Die Bagger rollen wieder - oder?

Noch Baustopp auf der A 20: Ab Montag will Papenburg die Bauarbeiten wieder aufnehmen Foto: Maxwitat/LN


Lübeck/Bad Segeberg - Ab Montag will Papenburg die Bauarbeiten an der A 20 wieder aufnehmen. Nach zähen Verhandlungen haben sich das Unternehmen und das Kieler Verkehrsministerium zu einem Kompromiss durchgerungen.

Die gelbe Flotte kehrt zurück: Nach mehr als zweiwöchigem Baustopp will Papenburg die Bauarbeiten am 16 Kilometer langen A 20-Bauabschnitt zwischen dem Kreuz Lübeck und Geschendorf am kommenden Montag wieder aufnehmen. Die Erleichterung in Segeberg Stadt und Land ist groß.

In der Nacht zu gestern verständigten sich Vertreter des Kieler Verkehrsministeriums und der Baufirma Papenburg auf einen Kompromiss. Wie dieser im Detail aussieht, dazu schweigen sich beide Seiten derzeit aus. Zur Erinnerung: Das Unternehmen hatte Nachforderungen in Höhe von 23 Millionen Euro geltend gemacht. Als das Land die Zahlung verweigert hatte, legte Papenburg die Arbeit kurzerhand nieder. Das Angebot des Ministeriums in Höhe von drei Millionen Euro lehnte das Unternehmen ab. "Fakt ist, dass sich beide Seiten bewegen mussten", sagt Eva-Dorothee Leinemann, Rechtsanwältin von Papenburg. Notgedrungen habe ihr Mandant Abstriche machen müssen: "Man darf nicht vergessen, dass wir für die Arbeiten in Vorleistung gegangen sind - und es uns nicht leisten können, die Aufwendungen auf dem langen Rechtsweg zu erstreiten", so Leinemann. Allerdings: "Bislang handelt es sich allein um einen Kompromiss - nicht um eine Einigung."

Landes-Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) verkauft das Ergebnis des Krisengipfels als Erfolg: Für ihn sei neben der Einhaltung der Baukosten für den Bund die zeitgerechte Umsetzung beschlossener Bauprojekte oberste Maxime. "Durch den erzielten Kompromiss wird sichergestellt, dass das Teilstück trotz anfänglicher Verzögerung bis Jahresende fertiggestellt wird", so Austermann.

Die Erleichterung in der Region über den Weiterbau ist groß: "Wenn der Firma der Auftrag entzogen worden wäre, hätten Monate bis zum Fortgang der Bauarbeiten vergehen können und das Projekt hätte sich weiter verzögert", sagt Gretel Jürgens (Wählergemeinschaft), Vorsteherin des Amtes Trave-Land. Allerdings: "So einen schnellen Kompromiss mit dem Land würden wir uns in Hinblick auf unsere Klärteiche auch wünschen." Die Klage der Gemeinde Weede steht bis heute, obwohl Kiel bereits vor Weihnachten angekündigt hatte, sich mit der Kommune im Streit um Kostenübernahmen kurzfristig einigen zu wollen.

Bad Segebergs Bürgermeister Hans-Joachim Hampel (CDU) spricht ebenfalls von einem großen Stein, der ihm vom Herzen gefallen sei: "Wir brauchen die A 20. Jeder Tag ohne die Autobahn ist für uns ein verlorener." Geschendorfs Bürgermeister Fritz Kock (WG) hat indes große Hoffnungen, kurzfristig freie Flächen im Gewerbegebiet der Gemeinde vermarkten zu können. Er spricht von zwei Interessenten aus dem Einzelhandel. "Gott sei Dank geht es jetzt weiter mit der A 20 - alles andere wäre ganz bitter für die Region gewesen", so Kock.

Doch noch ist die Kuh nicht endgültig vom Eis: Bis Freitag muss die Kompromiss-Erklärung zwischen Papenburg und der Landesregierung von beiden Parteien unterschrieben sein. Und das könnte noch ein Problem werden. "Der Entwurf, den uns das Verkehrsministerium am Mittwochnachmittag zugefaxt hat, weicht von den Ergebnissen unseres Gesprächs vom Dienstagabend ab. Entsprechend werden wir dies ohne Nachbesserungen auch nicht unterschreiben", so die Papenburg-Anwältin Eva-Dorothee Leinemann.



ln-online/lokales vom 09.03.2008 00:00

"Schatzsucher" an der A 20-Trasse
Archäologen buddeln nach Siedlungsspuren

Diplom-Prähistoriker Helge Erlenkeuser (40) zeigt eine Keramikscherbe aus der vorrömischen Eisenzeit. Foto: Domann/LN


Bad Segeberg/Wittenborn - Keramikscherben, Überreste eines Töpferofens und eine metallene Gewandnadel, das sind einige Funde, die Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein in den vergangenen Wochen entlang der neuen Trasse für die A 20 ausgegraben haben. Denn bevor mit dem Bau der Autobahn begonnen werden kann, muss überprüft werden, ob sich kulturgeschichtliche Güter im Erdboden befinden. Und so finden zurzeit eine Reihe von Prospektierungen (Voruntersuchungen) entlang der geplanten Autobahn statt.

Mehrere Teams der Außenstelle Neumünster des Archäologischen Landesamtes graben bis zu zwei Meter tiefe, 1,80 Meter breite und bis zu 300 Meter lange Schnitte in den Erdboden und suchen nach kulturgeschichtlichen Relikten. Fundstücke aus Bronzezeit (2000 bis 1000 vor Christi Geburt) und vorrömischer Eisenzeit (500 bis Christi Geburt) wurden bisher entdeckt. "Einige Ausgrabungsstellen sind uns schon durch Funde von Bürgern bekannt, die sie der Behörde gemeldet haben", erklärt Diplom-Prähistoriker Helge Erlenkeuser, der mit seinen Kollegen auf dem Übungsplatz des Vereins für Deutsche Schäferhunde in Christiansfelde gräbt. Bis zum typisch gelben eiszeitlichen Boden wird gegraben, darüber liegt die dunkle Ackerkrume. Gebrannte, schwarze Keramikscherben werden sorgfältig von Erde befreit. "Die Ansammlung von Scherben deutet auf eine Siedlungsgrube, die Abfallgrube der damaligen Siedler, hin", sagt Erlenkeuser. Anhand von Beschaffenheit, Form und Farbe schließe er auf ein Vorratsgefäß aus der vorrömischen Eisenzeit.

Ein paar Kilometer weiter bei Wittenborn haben Ben Krause-Kyora und sein Team Schnitte in den Acker gegraben. Neben einer bronzenen Gewandnadel und Überreste eines Töpferofens haben sie eine Urne mit Leichenbrand gefunden. "Aufgrund der Grabhügel in der Umgebung und der Kuppensituation, die wir hier vorfinden, haben wir ein Gräberfeld vermutet", sagt Krause-Kyora. Doch sei auf den Feldern Wittenborns nicht nur bestattet worden, der Töpferofen sei ein eindeutiger Siedlungsindikator für die Zeit vor Christi Geburt.

Bis zum April werden die Prospektierungen abgeschlossen sein. Dann beginnen die Hauptausgrabungen, in denen die Erde um die Schnitte herum, die Fundstücke enthalten, vollständig abgetragen wird und die Funde gehoben werden. "Haben wir viel zu tun, kann es sein, dass sich die Bauarbeiten für die A 20 verzögern könnten. Eine Verlagerung der Trasse könnte aber nur ein zweites Stonehenge bewirken, doch das haben wir noch nicht gesichtet", sagt Krause-Kyora und lacht dabei




ln-online/lokales vom 06.03.2008 00:00

Nach Bau-Stopp an der A 20: Baufirma will jetzt 23 Millionen

Bad Segeberg - Der Konflikt zwischen der Firma Papenburg und dem Land droht zu eskalieren: Am Dienstag findet in Kiel ein Krisengipfel statt. Die Baufirma kündigt eine "harte Linie" an. Das Verkehrsministerium prüft rechtliche Schritte und droht, Papenburg den Auftrag zu entziehen.

Seit zwei Wochen ruhen die Arbeiten an der A 20 zwischen dem Kreuz Lübeck und Geschendorf - und daran wird sich auch allzu schnell nichts ändern: "Wir mussten die Notbremse ziehen, weil es sich die Firma nicht leisten kann, ohne Bezahlung ihrer Arbeit weiterzubauen", sagt Eva-Dorothee Leinemann. Die Berliner Anwältin vertritt das Unternehmen Papenburg im Streit mit dem Kieler Verkehrsministerium.

"Wir verstehen nicht, weshalb der Auftraggeber die Situation derart eskalieren lässt", sagt Theo Gottschalk, Geschäftsführer der Firma Papenburg in Hannover. "Bei vielen anderen Baumaßnahmen einigt man sich über Mehrkosten, die wegen überraschend veränderter Bodenverhältnisse und anderer Erschwernisse entstehen", so der Unternehmer weiter.

Im Fall A 20 gebe es gleich zwei strittige Kostenfaktoren zwischen Papenburg und Verkehrsministerium: Zum einen gehe es um die sehr viel aufwendigeren Arbeiten bei Mönkhagen. Hier war der Boden unerwartet moorig. Um den Grund tragfähig zu machen, seien 180 Kilometer Rohrdrainagen in die Tiefe gerammt und ein zehn Meter hoher künstlicher Wall aufgeschüttet worden, um das Wasser aus den so genannten Moorlinsen zutage zu pressen. Maßnahmen, die in der Ausschreibung des Auftrages natürlich noch nicht berücksichtigt worden waren und konnten. "Wir haben diese Arbeiten dennoch ausgeführt", so Eva-Dorothee Leinemann. Jetzt wollte das Bauunternehmen abrechnen, gegenüber dem Land Vergütungsansprüche in Höhe von 17 Millionen Euro geltend machen. "Was uns so wütend macht, ist, dass die Moorlinsen-Problematik vom Land Schleswig-Holstein komplett ignoriert wird", sagt die Papenburg-Juristin.

Zweiter Streitpunkt sind die Verdienstausfälle des Unternehmens durch Verzögerungen vor dem Start der A-20-Bauarbeiten. Zur Erinnerung: Papenburg hatte das günstigste Angebot abgegeben. Ein anderer Bieter leitete allerdings Widerspruch gegen die Auftragsvergabe ein. Das Schleswiger Oberlandesgericht entschied erst in zweiter Instanz. "Weil inzwischen mehrere Monate verstrichen waren, konnten insbesondere Nachunternehmerleistungen und Baustoffe wegen des Zeitablaufes nur noch zu erheblich ungünstigeren Konditionen eingekauft werden", sagt Gottschalk. Alle Kosten seien sofort angemeldet, aber bis heute nicht umfassend geprüft und verhandelt worden. Hier gehe es um Ansprüche in Höhe von sechs Millionen Euro.

Insgesamt fordert Papenburg 23 Millionen Euro vom Land. Das wiederum habe aber bislang nur "symbolische Zahlungen" geleistet. Leinemann: "Auch wenn es viel Mut erfordert hat, aber wir mussten jetzt die Notbremse ziehen. Ein Unternehmen kann nicht darauf warten, in ein paar Jahren sein Geld vor Gericht zu erstreiten." Letztlich gehe es nämlich auch um etliche Arbeitsplätze, die an dem Großauftrag hängen würden. Gespräche auf höchster Ebene seien bislang erfolglos geblieben. Am Dienstag soll jetzt ein Krisengespräch im Kieler Verkehrsministerium stattfinden. Leinemann: "Wir werden eine harte Linie fahren."

Die Landesregierung zeigt sich betont unbeeindruckt von der Papenburg-Kritik: "Die Firma entfernt sich mit ihrem Verhalten von den einschlägigen Regelungen bei der Abwicklung von Bauaufträgen durch Leistungsverweigerung", sagt Professor Heinz Dressel. Der Direktor des Landes-Straßenbauamtes in Lübeck spricht von einem Versuch Papenburgs, Druck auf das Land auszuüben: "Dem werden wir standhalten und zugleich rechtliche Schritte überprüfen." Für Dressel gibt es keine zwei Meinungen: "Die Firma verweigert die vertragsgemäße Fortführung der Arbeiten. Wir haben alle nach Vertrag vergebenen und ausgeführten Leistungen vergütet." Die aufgestellten Forderungen des Unternehmens seien als "nicht berechtigt" zurückgewiesen worden.

Und nicht nur das: Mehr oder weniger deutlich droht Dressel, der Firma den Auftrag zu entziehen, sollte das Spitzengespräch am Dienstag erfolglos bleiben: "Das Land wird gegebenenfalls geeignete Schritte ergreifen, um eine Weiterführung der Arbeiten sicherzustellen." Das bedeutet so viel wie: Der Auftrag für die Arbeiten auf dem 16 Kilometer langen Abschnitt wird an eine andere Firma vergeben. Und nicht nur dieser: In den nächsten Wochen will das Land den Auftrag zum Weiterbau der A 20 zwischen den Anschlussstellen Geschendorf und Weede vergeben - und auch hier hatte sich Papenburg um die Arbeiten beworben.



ln-online/lokales vom 03.03.2008 10:17

Lkw-Kontrolle auf der A20

Polizeikommissar Bernd Friedrichs vom Autobahnkommissariat Winsen/Luhe unterstützte die Ratzeburger Kollegen. Er ist Spezialist für Fahrzeugtechnik. Foto: jeb


Lübeck - In unregelmässigen Abständen kontrolliert die Polizei immer wieder Lkw auf den Autobahnen. Schwerpunkt der Kontrolle auf dem Rastplatz "Auf dem Karkfeld" auf der A 20 in Fahrtrichtung Lübeck war am vergangenen Wochenende die Einhaltung des Sonntagsfahrverbotes für Lkw über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.

Die Beamten des Polizeibezirksreviers der Polizeidirektion Ratzeburg und des Polizeiautobahnreviers Bad Oldesloe, das für diesen Abschnitt der A20 zuständig ist, konztrollierten in der Zeit von 16 – 21 Uhr insgesamt 36 Fahrzeuge. Davon wurden 26 beanstandet. Immerhin 22 Fahrzeugführern wurde die Weiterfahrt untersagt. Während die 17 Verstöße gegen das Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen mit knapp 50 Prozent auf einem immer gleich bleibenden Niveau sind, so beklagte Polizeioberkommissar Kristian Käding , daß immer wieder Sondergenehmigungen erteilt würden, die eigentlich nicht hätten ausgestellt werden dürfen. „Stahl oder Holz muß nicht am Sonntag gefahren werden . Die Ausnahmen für Frischwaren wie Milch, Fleisch oder Obst und Gemüse sind damit nicht vergleichbar.“ Immer wieder bemängeln Polizeibeamte, daß es in Deutschland keine einheitliche Regelung gibt, die überall gilt. Immer wieder werden von Behörden Ausnahmegenehmigungen erteilt, für die es absolut nicht notwendig ist. Allerdings verdienen die Landkreise damit viel Geld. Eine solche Genehmigung kostet immerhin mehrere hundert Euro.

Wer jedoch ohne Genehmigung fährt, für den wird es teuer. Der Fahrer bekommt einen Punkt in Flensburg und eine Geldbuße von 40 Euro, seinb Chef oder der Disponent seiner Firma muß dagegen 200 Euro zahlen. Den Punkt bekommt er auch.

Bei der Kontrolle am Sonntag auf der A20 wiesen neun Lkw´s technische Mängel (Reifen, Bremsen oder Fahrgestell) auf. Sechs der kontrollierten Lastzüge waren überladen oder hatten ihre Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert. Gegen 12 Fahrzeugführer wurden wegen des Verstoßes gegen das Personalfahrrecht Anzeigen gefertigt.

„Wir werden auch weiterhin täglich die Lkw´s auf den Strassen kontrollieren und auch Sonntags auf die Einhaltung des Fahrverbotes achten. Und wir werden immer wieder stationäre Kontrollen wie diese machen“, versicherte Einsatzleiter Käding am Ende. jeb



ln-online/lokales vom 20.02.2008

Nur Winterpause: Kein A-20-Baustopp

Die Baustelle ruht - aber das ist nach Aussage der Bauverwaltung völlig in Ordnung: Winterpause! Foto: Nursey


Mönkhagen/Badendorf - In Mönkhagen kursierten schon die wildesten Gerüchte: Die Straßenbaufirma Papenburg aus Hannover habe die Großbaustelle A 20 verlassen, weil der Bund die fälligen Raten nicht überwiesen habe. Doch die Wahrheit ist eher nüchtern: Das Unternehmen ist in eine Winterpause gegangen. Anfang März laufen die Arbeiten dann planmäßig weiter.

"Die Bürger brauchen sich keine Sorgen zu machen, es hat alles seine Ordnung", weiß Christoph Köster von der "Projektgruppe A 20 Baudurchführung", bei dem im Auftrag des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein die Fäden zusammenlaufen. Es liege im Ermessen der Firma, wann sie ihre Winterpause nehme, erläuterte Christoph Köster. Die zuständigen Bauleiter des Hannoveraner Unternehmens hätten nun einmal entschieden, dass ihre Firma in den Wochen mit einem wechselhaften Wetter nicht mehr wirtschaftlich arbeiten könne.

Im Übrigen liege der Baufortschritt durchaus im Zeitplan, erläuterte der Experte vom Landesbetrieb. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten an dem 16 Kilometer langen Abschnitt zwischen Kreuz Lübeck und Geschendorf abgeschlossen sein. Danach könnten möglicherweise noch einige kleinere Arbeiten erforderlich sein, so dass mit einer Freigabe der Autobahnverlängerung Anfang 2009 zu rechnen sei, so Christoph Köster. Für die Weiterführung nach Bad Segeberg läuft das Planfeststellungsverfahren.




nordClick/sz vom 16.02.2008 01:00

Probleme bei Bau der A20


Kreis Segeberg (SZ) – Ins Stocken geraten sind die Bauarbeiten für die A20 zwischen der A1 bei Lübeck/Hamberge und Geschendorf. Wegen unerwartet feuchtwarmer Witterung ist der Boden zu weich für schwere Fahrzeuge. Dagegen liefen die Arbeiten für den zweiten Abschnitt bis Weede an. Für die dritte Teilstrecke südlich an Bad Segeberg vorbei bis Wittenborn beginnt verspätet das Anhörungsverfahren.

Hamberge-Geschendorf: Auf dem Abschnitt ruht seit Mitte Januar der Betrieb. Bis November hat die Firma GP Papenburg (Hannover) noch Zeit für den Bau der Straße. Das sieht der Vertrag mit dem Land vor. Es plant den Bau im Auftrag des Bundes. Papenburgs Projektleiter Bernd Tristan ist dennoch optimistisch. „Wir werden rechtzeitig fertig.“ Bis zu 100 Lkw gleichzeitig karrten bislang Kies und Asphalt heran. Insgesamt sind 100000 Touren nötig.
2,3 Millionen Kubikmeter Boden werden bewegt, 485000 Quadratmeter Asphalt mit einem Gewicht von 300000 Tonnen planiert.
Allein 33 Millionen Euro kassiert Papenburg. Rund 80 Millionen Euro insgesamt investiert der Bund in die 16 Kilometer lange Strecke. Dazu gehört eine Wildbrücke bei Strukdorf. Ab 2009 sollen auf dem Abschnitt Autos rollen.
Geschendorf-Weede: Bereits gerodet ist die nächste Teilstrecke entlang der B206 bis an den östlichen Ortsrand von Bad Segeberg. Rohre mit einem Durchmesser von sechs Meter werden derzeit verlegt. Durch sie fließt später die Mielsdorfer Au. Sie wird umgeleitet und unterquert die neu verlegte Straße Weede-Mielsdorf. Auch als Querungshilfe für Ottern soll das Rohr später dienen. Neue Brücken über die A20 sind nötig, etwa zwischen Geschendorf und Steinbek. Baubeginn ist die nächste Woche.
Noch nicht vergeben ist der Auftrag für den Fahrbahnbau. Billigster Bieter war eine Arbeitsgemeinschaft mit Papenburg sowie Bunte (Papenburg) und Möbius (Hamburg). Den Zuschlag erhalten hat sie dem Vernehmen nach aber noch nicht. Egal, wer den Auftrag erhält: Es drohen Verzögerungen. Unterlegene Firmen protestieren meist. Dies lief schon beim Abschnitt Hamberge-Geschendorf so.
Grunderwerb und Bau für die 6 Kilometer lange Strecke kosten 35 Millionen Euro. 2010 soll der Verkehr fließen.
Weede-Wittenborn: Ebenfalls 2010 als Zieljahr peilt Landesverkehrsminister Dietrich Austermann für den dritten Abschnitt an, von Weede bis zum Kreuz A20/A21 und Wittenborn. In den zehn Kilometer langen Abschnitt investiert der Bund 153 Millionen Euro.
Doch es hakt derzeit. Im Planfeststellungsverfahren gingen mehrere hundert Einwände von Verbänden und Bürgern ein. Naturschützer sorgen sich ums Travetal und die Flugrouten der Kalkberg-Fledermäuse, andere hadern mit Autolärmbelästigung und dem Flächenverlust.
Knapp ein Jahr später als geplant beginnt das Anhörungsverfahren durch den Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Kiel. Anhörungsleiter Stefan Dautwiz lässt sich auf Versammlungen die Positionen beider Seiten, der Bauplaner und der jeweiligen Einwender, vortragen. Noch in diesem Monat kommt er mit den Einwendern der Verbände und Behörden zusammen, im März und April mit Privateinwendern.
Theoretisch denkbar ist, dass Dautwiz auf Einwände eingeht. Ein Planänderungsverfahren könnte er einleiten. Am Ende stünde ein Planfeststellungsbeschluss, eine Art Baugenehmigung.
Dagegen allerdings wären Klagen möglich. Aufschiebende Wirkung hätten sie prinzipiell nicht, weil es sich bei der A20 um ein Projekt des „vordringlichen Bedarfs“ handelt. Doch ließe sich auch gegen diesen Passus klagen.
Von Gerrit Sponholz/Segeberger Zeitung





ln-online/lokales vom 10.12.2007 17:50

Pannenautobahn A 20: Jetzt rutschen die Böschungen



Foto: DPA
Die Autobahn 20 hat mit Brüllbeton und Hitzeblasen schon für reichlich Ärger und Schlagzeilen gesorgt. Jetzt gibt's Probleme durch den vielen Regen: Mancherorts rutschen die Böschungen ab. Foto: DPA


Lüdersdorf - Das ist kaum zu glauben: Erst machten Brüllbeton und Hitzeblasen Probleme auf der A20 - jetzt rutschen die Böschungen.An der A20 zwischen Landesgrenze und Schönberg, besonders bei Lüdersdorf, passiert das nicht zum ersten Mal. Stellenweise züngeln Wasserlachen bis zur Standspur. Wo sich die Feuchtigkeit den Weg nach unten bahnte, dort kam sichtlich Erdreich in Bewegung. Das alles auf einem Autobahnstück, das gerade mal vor drei Jahren freigegeben wurde, 161 Millionen Euro kostete und Benutzern wie Anwohnern schon jede Menge Verdruss bescherte. Pfusch am Autobahnbau - oder ein normaler Vorgang, wie Experten meinen?

Mehr zum Thema am Dienstag in den Lübecker Nachrichten und bei LN Online.
Von Michael Berndt, LN








ln-online/lokales vom 18.11.2007

"Ach wat": Neue Bürgerinitiative will andere Trasse für die A 20

Bad Segeberg - "Je höher die Autobahn liegt, desto weiter schallt ihr Lärm", sagt Heiko Hansen (68), der für die Bürgerinitiative "A 20 - Ach wat" in den Ortsteilen Bark und Schafhaus auf Unterschriftensuche gegangen ist. 250 Bürger unterschrieben innerhalb einer Woche für das Ansinnen der Initiative, die wenigstens einen ausreichenden Lärmschutz beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr herausschlagen will, das derzeit den Entwurf der A 20 für das Teilstück zwischen Wittenborn und der A 7 bearbeitet.

"Den Lärmschutz dann, wenn gar nichts mehr geht. Aber in erster Linie wollen wir, dass die beiden anderen Trassen geprüft werden", so Hansen, der damit vor allem den Landwirten aus dem Herzen spricht. Sie würden durch den bislang favorisierten Südbogen zu viel Land verlieren, das für die landwirtschaftliche Nutzung benötigt wird. "Wir haben uns lange nicht mit der A 20 beschäftigt, weil es immer hieß, sie würde durch den Forst verlaufen", sagt Norbert Wrage, Ortsvertrauensmann des Bauernverbandes. Doch dann sei im Segeberger Forst ein Vogelschutzgebiet ausgewiesen worden und die Pläne hätten sich geändert.

Die Leidtragenden seien nun die Bürger und vor allem die Landwirte. Dabei sei die Trasse durch den Forst in seinen Augen wesentlich sinnvoller. "Es müssten mindestens fünf Brücken weniger gebaut werden, zudem käme die Wildbrücke dahin, wo wirklich Tiere sind", sagt Norbert Wrage.

"Was den Menschen hier zugemutet wird, ist eine Planung über deren Köpfen hinweg", so Heiko Hansen, der die Höhenunterschiede der A 20 in seiner Region nicht akzeptieren will. Mal werde sie in einem Trog geführt, dann wieder steige sie im Südwesten kontinuierlich auf Geländeniveau an. "Zwischen Bark und Todesfelde liegt die Autobahn dann bei 40 Metern über Null, die Ortschaften jedoch wesentlich niedriger. Der Lärm wird bei Südwest-Wind ganz massiv zu hören sein", befürchtet Hansen, der die größten Lärmbelästigungen für die Anwohner der Segeberger Landstraße kommen sieht, denn auf dem Kiesgelände soll die Autobahn über einen drei Meter hohen Damm geführt werden.

In einem Forderungskatalog hat die Bürgerinitiative nun aufgeführt, dass auf diesen Damm ganz verzichtet und von Wittenborn bis zur L 78 eine drei Kilometer lange Schallschutzwand errichtet werden soll. Von dort aus wünscht sie sich eine Fortführung der Trogbauweise und hofft nun darauf, beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr ein offenes Ohr zu finden.

pd






ln-online/lokales vom 17.11.2007

A 20-Weiterbau: Trübe Aussichten für klare Bäche

Die Gewässer zwischen Mielsdorf und Neuengörs sind gesunde Ökosysteme. Das ist der Verdienst von Aktiven des Pflegeverbandes, die Freizeit für die Bäche und Auen opfern. Jetzt befürchten sie Probleme durch den A 20-Weiterbau.

Nicht nur vielen Gemeinden, sondern auch Klaus Vogt (61), Verbandsvorsteher des Gewässerpfegeverbandes Mielsdorf/ Neuengörs, treibt die geplante Trasse der A 20 die Sorgenfalten auf die Stirn. Der Grund: Er befürchtet Mehrkosten durch die Erweiterungsflächen entlang der A 20 und die schwierigere Erreichbarkeit der Gewässer auf den Verband zukommen.

Die ökologische Pflege von Mielsdorfer Au, Tegelbek und Twisselbek sowie des Höftgrabens mit allen Nebengewässern hat sich der Gewässerpflegeverband auf die Fahne geschrieben. In regelmäßigen Wasserschauen begutachten die Mitglieder sämtliche Gewässer und sorgen für Unterhaltungsmaßnahmen, so dass das Wasser nicht nur fließen kann, sondern auch Kleinlebewesen und Pflanzen einen Lebensraum im feuchten Nass finden. "Wir leisten gute Arbeit für den Gewässerschutz, doch wenn ich an die Vorgehensweise mit Weede denke, wird mir Angst und Bange", sagt Klaus Vogt verständnisvoll für die Haltung von Bürgermeisterin Gretel Jürgens, die sich gegen zusätzliche Kosten für die Gemeinde durch den Bau der A 20 zur Wehr setzt (die LN berichteten).

Auch Klaus Vogt befürchtet zusätzliche Kosten durch den Bau der Autobahn auf den Gewässerpflegeverband zukommen, verursacht durch Mehrkosten für die Abfuhr des Räumgutes an der Mielsdorfer Au im Bauabschnitt IV sowie die schlechte Erreichbarkeit des Höftgrabens bei Klein Gladebrügge im Bauabschnitt V. Der Oberlauf des Höftgrabens wird genau zwischen den Gleisen der Bundesbahn und der Autobahn mit der Zufahrt Christiansfelde und weiteren baulichen Anlagen liegen. "Wenn dort eine Unterhaltung nötig ist, habe ich keine Möglichkeiten, an die Rohrleitungen heranzukommen. Und wenn, dann nur mit großem Aufwand. Doch wer soll den zahlen", fragt sich der Verbandsvorsteher.

Weitere Probleme sieht der Gewässerpflegeverband für die Mielsdorfer Au, die wegen der Autobahn in Höhe der K 5 auf eine Lange von 300 Metern in einem südlichen Boden verlegt werden muss. Alle Flächen entlang der Autobahn sind als Sukzessionsflächen ausgewiesen, in denen kein Räumgut aus den Gewässern gelagert werden darf. Doch genau diese Flächen braucht der Verband für seine Unterhaltung. "Wenn das Räumgut direkt abgefahren werden muss, verursacht das zusätzliche Kosten. Doch das Geld dafür hat der Verband nicht", klagt Klaus Vogt, der sich auf vage Versprechen nicht verlassen will und stattdessen eine schriftliche Kostenübernahe durch den Bund als Bauherrn fordert.

"Der Gewässerpflegeverband braucht sich keine Sorgen zu machen, dass zusätzliche Kosten auf ihn zukommen", sagt dazu Gerhard Diedrich, Leiter des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Er verweist darauf, dass die Problematik bereits im Planfestellungsverfahren abgehandelt worden sei. So werde entlang der Mielsdorfer Au ein fünf Meter breiter Streifen angelegt, auf dem das Räumgut abgelegt werden könne. Sollten dem Verband zusätzliche Kosten für die Erreichbarkeit des Höftgrabens entstehen, die über das normale Unterhaltungsmaß hinausgehen, müssten diese nachgewiesen werden. Diedrich: "Die werden dann vom Bund als Mitglied des Wasserpflegeverbandes Mielsdorf/Neuengörs übernommen."






sz vom 12.11.2007 16:54

Wie A20 Schmalfeld durchneiden wird

Schmalfeld – Der Bau der Autobahn 20 unter anderem durch Hartenholm, Hasenmoor und Schmalfeld rückt näher, die Zeichnungen werden immer konkreter. Zwar hat das so genannte Planfeststellungsverfahren noch nicht begonnen, aber der Trassenverlauf steht schon nahezu fest. Wie die Autobahn durchs Dorf und insbesondere das Autobahnkreuz A7/A20 am Gemeinderand gebaut werden sollen, wird am Mittwoch, 14. November, ab 19 Uhr im Dorfhaus „Hirten-Deel“ erklärt. Zu der Informationsveranstaltung der Gemeinde erwartet Bürgermeister Herbert Kraft als Referenten zwei A20-Fachleute vom Landesbetrieb für Straßenbau. Die Planer werden auch Fragen von Besuchern beantworten.






sz vom 31.10.2007 01:00

Umgehungsstraße Bad Bramstedt und A20: Kritiker melden sich zu Wort

Bad Bramstedt – Bisher, wenn es in den jährlichen Einwohnerversammlungen in Bad Bramstedt um Konkretes zur Ortsumgehung ging, dem größten Verkehrsprojekt der letzten Jahrzehnte, musste Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach stets passen. Am Montagabend war es anders. Eine kleine Schar von etwa 30 Zuhörern, viele von ihnen Funktionsträger, war ins Schloss gekommen, um sich über Neues in der Stadtentwicklung, vor allem aber über die beiden Vorhaben Ortsumgehung und Autobahn A20 zu informieren. Nicht alles schmeckte den Bramstedtern, was sie zu hören bekamen.

Seit dem ersten Spatenstich am 10. Januar dieses Jahres wird an der 9,9 Kilometer langen Umgehungsstraße für mehr als 27 Millionen Euro gebaut. Zunächst wird der erste, 4,75 Kilometer lange Abschnitt vom Hitzhusener Gebiet bis zur Landesstraße 319 (alte B4) in Bad Bramstedt fertig gestellt. Um den Bau insgesamt zu beschleunigen, werde das Vorhaben in zwei Abschnitten realisiert, vermutet Kütbach. Dass mitten drin aus finanziellen Überlegungen erst einmal Verschnaufpause sein könnte, befürchtet der Bürgermeister nicht. Kurz vor der Einwohnerversammlung habe er mit dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) Rücksprache gehalten. Ergebnis: „Die Umgehung ist insgesamt finanziert.“ So soll der zweite, weitaus aufwändigere Bauabschnitt unmittelbar nach Fertigstellung des ersten Teilstücks starten. Aufwändiger wird dieser unter anderem, weil der Bau von Brücken zum Überqueren der Osterau und der AKN-Gleise notwendig wird. In einem Bogen von der L 319 wird die neue Straße östlich um die Stadt bis zur vorhandenen Bundesstraße 206 im Süden herumgebaut.
Der zweite Bauabschnitt verbirgt offensichtlich auch mehr Konfliktpotenzial, wie in der Einwohnerversammlung deutlich wurde. „Oh Mann“, quittierte einer der Bramstedter, denen die Pläne bislang nicht bekannt waren, die Tatsache, dass mit der Ortsumgehung die Stadt auf der bisherigen B206 nicht mehr erreichbar sein wird . Wenig Verständnis zeigten die Bramstedter auch dafür, dass es keinen direkten Zugang mehr von der Autobahn A7 ins Kurgebiet geben wird. Wie Kütbach den Anwesenden erläuterte, kann die Innenstadt nur noch über den Lohstücker Weg – dieser wird an die Umgehungsstraße angebunden – und über Anschlussstellen an der Bimöhler Straße und die Landesstraße 319 erreicht werden. Der Bürgermeister geht davon aus, dass der Verkehr auf der Ortsumgehung frühestens 2011 fließt.
Zukunftsmusik ist dagegen die Autobahn A20, die südlich Bad Bramstedts verlaufen wird. „Der Baubeginn im Bramstedter Bereich wird allerfrühestens 2011/2012 sein.“ Die Linienführung südlich der Stadt ist umstritten, wie sich auch am Montagabend zeigte. „Bad Bramstedt hätte sich wehren müssen“, hieß es aus der Versammlung, schließlich gebe es noch das alte Flughafengelände bei Kaltenkirchen, das für die Trasse in Frage gekommen wäre. „Selbst wenn wir gekämpft hätten, wäre es zu dieser Linienführung gekommen“, konterte der Bürgermeister. In der Versammlung kam zudem eine Frage auf, die vermutlich erst nach der Fertigstellung beider Straßen beantwortet werden kann: Ob die Stadt nicht angesichts von zwei großen Verkehrsvorhaben wegen der Emissionen ihre Einstufung als Heilbad verlieren wird? Kütbach wies darauf hin, dass die Stadt den Status Heilbad normalerweise sofort verlieren würde, denn die Werte an der so genannten Kirchenkreuzung seien bereits vor zehn Jahren überschritten worden. Der Bürgermeister geht davon aus, dass angesichts der Planungen für die A20 und die Umgehungsstraße das Wirtschaftsministerium mit neuen Schadstoffmessungen warten wolle.
Der geplante Autobahnbau beschäftigt die Menschen in der Kurstadt auch aus einem überraschenden Blickwinkel: Der Lentföhrdener Weg dürfe nicht, wie zu befürchten sei, durch die A20 abgeschnitten werden, hieß es im Schloss. Der Feldweg, der vom Neubaugebiet Bissenmoor nach Lentföhrden führt, ist nach Schilderung eines Bramstedters eine beliebte Strecke für Ausflügler. „Im Sommer sind dort Familien zu Hunderten mit dem Rad unterwegs.“ Wenig Illusionen hat der Bürgermeister: „Es ist zu befürchten, dass der Weg ähnlich wie der der Seegenweg, von der Planungsbehörde behandelt wird.“ Der Seegenweg, eine beliebte Abkürzung zwischen Bad Bramstedt und Fuhlendorf, wird nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße in nichts enden.Von Anna Maria Persiehl (Segeberger Zeitung)






Wie die A 20 Lentföhrdener Weg und Wiesen zerschneiden wird

                                                                                                                                                        SZ 27.10.07 Von Michael Zwicker

Gebaut wird sie erst im nächsten Jahrzehnt. Doch schon jetzt konnten zahlreiche Lentföhrdener in Gedanken auf der Autobahn A 20 dicht an ihrem Heimatdorf vorbeirollen. In der jüngsten Einwohnerversammlung im Kulturzentrum erläuterte ein vierköpfiges Team vom Landesbetrieb Straßenbau aus Itzehoe anhand von aussagestarken Grafiken den Planungsstand für die Fernstraße. Dabei wurde den rund hundert Betrachtern klar, dass die Autobahn nicht nur einem besseren Verkehrsfluss durch Schleswig-Holstein dienen soll, sondern auch vertraute Lentföhrdener Wege am Ortsrand abschneiden wird.

So wird nach den aktuellen Plänen der schmale, namenlose Wirtschaftsweg nach Bissenmoor, von vielen Einheimischen „Golfplatzweg" genannt, durch die bis zu 40 Meter breite Autobahntrasse zertrennt. Weder eine Unterführung noch eine Brücke sind vorgesehen. Somit werden Radfahrer, Fußgänger und Reiter nicht mehr naturnah und abseits der großen Straßen nach Bad Bramstedt und zurück gelangen können. „Das bedeutet einen erheblichen Eingriff in das Naherholungsangebot" , monierte Bürgermeister Kurt Sander, der wie die meisten anderen Lentföhrdener zu gern auf die A20 verzichten würde. Trotz zahlreicher Proteste aus dem Dorf haben Bund und Land das Straßenbauprojekt mit einer Trasse durch Lentföhrdener Gebiet beschlossen und treiben die Planungen rasch voran.

Von Lübeck aus in Richtung Bad Segeberg ist ein Teilstück bereits fertig. Die Unterlagen für die anderen Trassenabschnitte bis zur Elbe - einschließlich der Pläne für einen Tunnel unter dem Fluss - sollen spätestens bis 2010 vorliegen, so dass 2011 mit dem Bau begonnen werden kann.

Für den Streckenteil von der A7 bei Schmalfeld an Lentföhrden, Weddelbrook und Mönkloh vorbei bis nach Bokel werden zurzeit Bauentwürfe erstellt. Darin werden unter anderem der so genannte parzellenscharfe Trassen- verlauf, die Ableitung des Regenwassers sowie Auf- und Abfahrten detailliert beschrieben. Die Begutachtung des Untergrundes ist durch Bohrungen nahezu abgeschlossen, ebenso die Kartierung von Pflanzen- und Tiervorkommen.

Wie die A20 am Nordrand Lentföhrdens das Gemeindegebiet durchschneiden wird, ist auf den im Kulturzentrum präsentierten Fotomontagen gut zu sehen. Auf den Luftbildern wurde die Trasse eingezeichnet. So können Landwirte und andere Grundstückseigentümer genau erkennen, welche ihrer Ländereien betroffen sein werden. Und auch welche Feld- und Wirtschaftswege an der A20 enden werden, ist ersichtlich.

So wunderten sich Besucher der Einwohnerversammlung, dass die Straße Zur Waldburg durchtrennt und ohne Brücke beziehungsweise Unterführung bleiben soll. Die Strecke gehört zum denkmalgeschützten Ochsenweg, auf dem früher Vieh durch Holstein getrieben wurde. An diesem Punkt den Entwurf nachzubessern, sei eine Überlegung wert, sagte Jens Sommerburg, Leiter der Planungsgruppe für den A20- Bau im Bereich Lentföhrden.

Keine Chancen auf Nachbesserung sahen Sommerburg und seine Kollegen allerdings für den „Golfplatzweg". Selbst eine schlichte Brücke über die A20 würde rund 700 000 Euro kosten. Die will der Bund aber nicht am ausgeben. Woanders ist der Geldgeber großzügiger: Auf dem knapp fünf Kilometer langen A20- Abschnitt zwischen Autobahn A7 und Bundesstraße 4 sind wegen der Flüsse Ohlau und Dreckau sowie wegen der Kreisstraße 81 fünf neue Brücken erforderlich. Möglicherweise kommt noch eine sechste Brücke für den Ochsenweg hinzu.

Viel Geld wird auch die Autobahnanschlussstelle kosten, die rund 500 Meter vom nördlichen Lentföhrdener Ortsschild gebaut werden soll. Kurz hinter dem Parkplatz an der Bundesstraße 4 (Richtung Bad Bramstedt) wird die A20 in rund neun Metern Höhe über das AKN-Gleis und die B4 geführt. Über Kreisverkehre werden die Auffahrt und die Abfahrt an die Bundesstraße angebunden. Der Radweg an der B4 in Richtung Bad Bramstedt bleibt erhalten. Darauf müssten all die Radler ausweichen, die zurzeit noch den „Golfplatzweg" über Bissenmoor nutzen.

Die Luftbilder mit der eingezeichneten A20-Trasse sowie andere Karten zu dem Bauprojekt können Interessenten künftig nicht nur im Straßenbauamt in Itzehoe (Telefon: 04821 / 660) einsehen, sondern auch im Amt Kaltenkirchen-Land (Telefon: 04191 / 50090).


A 20: In drei Jahren soll bei Mönkloh gebaut werden

Uwe Straehler-Pohl (Segeberger Zeitung) 30.08.2007

Mönkloh – Mit der Ruhe könnte es in dem beschaulichen Ort Mönkloh bald vorbei sein. Das befürchten zumindest die meisten der 265 Einwohner, denn die geplante Autobahn A 20 wird dicht am Ort vorbeiführen. Trotzdem blieb es am Dienstagabend ruhig und sachlich, als in einer Bürgerversammlung Mitarbeiter des Landesbetriebes Straßenbau Itzehoe den Mönklohern Rede und Antwort standen.

Die A 20 soll abschnittsweise von der Elbe kommend in Richtung Autobahn A7 gebaut werden. Mönkloh, Weddelbrook, Bad Bramstedt und Lentföhrden sind von dem 15 Kilometer langen Bauabschnitt 5 betroffen. Dieser beginnt bei der Querung der Landesstraße 114 (Bokel – Wrist) bei Hingstheide, wird zwischen Mönkloh und Weddelbrook die Kreisstraße 30 überqueren und dann südlich von Bad Bramstedt bis zur Autobahn A 7 führen.

Diplom-Ingenieur Axel Sperber vom Landesbetrieb wies im Mönkloher Dorfhaus vor rund 80 Zuhörern darauf hin, dass nach dem Linienbeschluss des Bundesverkehrministerium, einer Grobplanung, mit dem Bauentwurf eine wesentlich detaillierte Planung bis Jahresende vorliegen werde. Danach folge der landschaftspflegerische Begleitplan, der sich im Wesentlichen mit Natur und Umweltbedingungen befasst, bevor der Planfeststellungsentwurf für den Abschnitt 5 öffentlich ausgelegt wird. Sperber rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss 2010 erfolgen wird, so dass dann auch mit dem Bau dieses Autobahnabschnitts begonnen werden kann.

Die Bürger stellten immer wieder Fragen zu möglichen Verlaufsänderungen sowohl der A 20 als auch verschiedner Wirtschaftswege. Vor allem Landwirte befürchten zu lange Wege zu ihren Äckern. Sperber betonte jedoch, dass alles getan werde, um Ländereien nicht unnötig zu zerschneiden und damit wertlos zu machen. „Ein zusätzlicher Flächenbedarf für Rast- oder Tankanlagen wird es im Mönkloher Bauabschnitt nicht geben“, versicherte der Ingenieur auf Nachfrage.

Bereits in Vorgesprächen war es den Jägern gelungen, die Straßenplaner von der besonderen Schutzwürdigkeit des Wildes im Staatsforst Hasselbusch zu überzeugen. Sperber erläuterte, dass in der Nähe des Waldes nun eine Wildbrücke gebaut werde, auf der die Tiere die Straße überqueren können. Damit soll vor allem der Inzucht bedingt durch ein zu kleines Revier, entgegengewirkt werden, die den Bestand des Wildes längerfristig gefährden würde.

Brennend interessierte die Mönkloher der Lärmschutz. Axel Sperber versicherte, dass unabhängige Gutachter in vorgeschriebenen Radien um jedes Haus den zu erwartenden Lärm berechnen würden. Den Berechnungen liege eine Verkehrsprognose bis ins Jahr 2025 zugrunde. Sollte der Krach, je nach Art des Wohngebietes und der Tageszeit über den zulässigen Werten von 49 bis 64 Dezibel liegen, würden aktive oder passive Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden. Dazu gehörten Wälle oder auch besonders verglaste Fenster. Zum Vergleich: Ein Rasenmäher in sieben Metern Entfernung verursacht rund 70 Dezibel, leise Radiomusik 50 Dezibel.

Nach einer Prognose wird die Autobahn A 20 mit „nur“ 25 000 bis 30 000 Fahrzeugen täglich frequentiert, bei der A 7 sind es laut Sperber schon heute 70 000 bis 90 000 Autos....